Durchblick – der Wissenschaftspodcast

Durchblick – der Wissenschaftspodcast

Scientainment

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Der Durchblick wird unterstützt von Gebert

00:00:02: Räufstiftig.

00:00:05: Heute ist Weltalsheimertag!

00:00:07: Wenn wir über Demenz reden, geht es meistens um die Medizin und zu vergessen.

00:00:11: Über was wir viel zu wenig reden?

00:00:13: Demenz ist auch eine Frage der Chancengleichheit unter Geschlechtergerechtigkeit.

00:00:26: Rund zwei Drittel von allen Betroffenen sind Frauen und es sind vor allem auch die Frauen, bei denen der Heide den grössten Anteil der Betreuungsarbeit leistet.

00:00:33: Sie ruft unbezahlt bis zur eigenen Erschöpfung.

00:00:37: Warum wird bei Frauen häufig Diagnose erst Sport gestellt?

00:00:41: Und warum verfehlten die gesellschaftlichen Rollenbilder den Blick auf die Krankheit?

00:00:46: Mein Name ist Fabio Schmidt und Tia.

00:00:48: noch weitere Fragen kläre ich jetzt mit Agnes Henry.

00:00:50: Sie ist Fachberaterin.

00:00:51: Demenz wie Alzheimer-Schwitz.

00:00:57: Frau Henry, herzlich willkommen im Durchblick.

00:01:00: Danke vielmals!

00:01:02: Herzlichen Dank, dass ich dabei sein

00:01:04: darf.

00:01:05: Sehr gerne.

00:01:05: Warum trifft das Thema Demenz Frauen im Alltag so viel härter als die Männer?

00:01:10: Es sind verschiedene Gründe, welche dazu führen.

00:01:13: Also einerseits sind die meisten angehörigen Betreuenden Frauen und man sagt zwei Drittel, sagen Pflegende was auch eine grössere Belastung, eine grösere emotionale Belastungen auslöst.

00:01:31: Und andererseits ist es aber auch, dass die Prävalenzzahlen von im Jahr- und Sechszechzechzen sind.

00:01:38: Sechsundsechzig Prozent sind Frauen, die er tatsächlich erkrankten.

00:01:44: Was ich Ihnen noch sagen kann aus der Beratung von Alzheimer Schweiz, sind drei Viertel der Anrufe.

00:01:52: Kommen sie eigentlich von Frauen?

00:01:54: und nur ein Viertel von Männern.

00:01:57: Wie prägt denn die gesellschaftlichen Rollenbilder und Vorurteile die Wahrnehmung der Symptome, also dass Diagnose bei Frauen oft später festgestellt wird?

00:02:08: Ja das fängt eben eigentlich schon an, dass man sagt ja diese Symptomen Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme oder Stimmgeschwankungen – Das wird bei den Frauen viel häufiger als Stress- oder Depressionen interpretiert.

00:02:24: Bei den Männern, wenn sie die gleiche Symptome haben, denken wir auch in der organischen Ursache und gehen durch das früher abklären.

00:02:34: Dann kommt dazu, dass Frauen vielfach sprachlich besseres Gedächtnis haben und dadurch besser Abschneiden in den sprachlichen Fragen.

00:02:50: Das heisst, wenn dort Auffälligkeiten sind ... Dann sieht man die erst später, was einen Einfluss auf Diagnosenstellung hat.

00:03:00: Dass diese später kommt und dann auch auf Behandlungsdauer, wo wir etwas machen können.

00:03:05: Ja, die Frauen, die zwischen nineteen dreißig und neunzehntsechzig geboren worden sind, haben in der Schweiz oft weniger kaum Zugang zu einer höheren Bildung gehabt und haben nach der Hyrate natürlich bei der Berufssättigkeit aufgegeben.

00:03:18: Sind die Mami geworden?

00:03:19: Sie haben sich um den Haushalt geümmert.

00:03:24: Jetzt inwiefern zahlen diese Frauen heute den Preis, die auch eine geringere kognitive Reservenvorgehens haben und durch dieses höchste Demenzrisiko?

00:03:37: Ja also das ist wirklich noch spannend.

00:03:40: Die kognitiven Reserve bedeutet dass das eben hier nicht, wenn es gefordert wird Weil es Herausforderungen machen muss, weil sie Weiterbildung macht.

00:03:52: Und das sind all die Frauen, die das eigentlich nicht so haben können.

00:03:56: Die haben meistens im Haushalt geschafft und geschaut.

00:04:00: Sie haben geguckt, dass Haus- und Garten alles gut läuft.

00:04:04: Und sie konnten weniger Reserven aufbauen.

00:04:08: Das heisst, sie könnten weniger Sachen vielleicht auch anders durchlehren.

00:04:13: Kognitive Reserve bedeutet eigentlich geistige Flexibilität.

00:04:18: Das heisst, dass man sich nicht nur auf etwas fixiert sondern vielleicht auch auf anderen Wegen zu einem Resultat kommt.

00:04:24: Und das ist bei diesen Frauen in den Jahrzehnten einfach von der Rolle her und von der sozialen Status her gar nichts möglich gewesen.

00:04:34: Wenn man sich erinnert viele Frauen haben bis in die sechziger Jahre ja kein eigenes Konto können auftun zum Beispiel.

00:04:42: Das hat wirklich mit dem zu tun.

00:04:46: Wie zeigt sich die fehlende Chancengleichheit in der Schweizer Demenz-Vorsorge aktuell am tödlichsten?

00:04:53: Ich denke, es ist vor allem mit der Forschung.

00:04:55: In den Diagnosen und Behandlungen, wo Frauen nach wie vor nicht dabei sind oder weniger dabei sind, sind immer noch schlechter spezifische Forschungslücken.

00:05:08: die geschlossen werden.

00:05:12: Die pflegenden Angehörigen sollten auch bessere Unterstützung erhalten.

00:05:15: Das ist aber nicht spezifisch Frau, sondern das betrifft genauso Männern, die betreuen ...

00:05:22: Welche Einfluss haben dann Einkommen, Bildungsstand und Herkunft auf der Zugang zur Abklärung und einer guten Pläge?

00:05:30: Ich denke es ist

00:05:31: v.a.,

00:05:32: ich würde sagen, Einkommen und Bildungsstand sind Sachen, die heute wirklich... Man geht über den Haushalt.

00:05:39: Ich denke, der Abklärungsweg ist wirklich bekannt.

00:05:42: Man geht auf den Haushalts- und der Haushalts tut nachher die ersten Anzeichensymptome ausschliessen oder einordnen und behandeln.

00:05:52: Und wenn es allfällige Auffälligkeiten gibt, dann müssen wir eine kleine Klinik weiterleiten.

00:05:57: Das ist eigentlich schon okay.

00:05:59: Es geht mehr um die Sensibilisierung, dass man je früher ... Je früher, desto besser auf die Symptome wie Vergesslichkeit sich es wiederholen.

00:06:12: Dass man anstatt bei Alltags-Tätigkeiten, dass man das frühen Ernst nimmt und weniger banalisiert.

00:06:20: Ich höre häufig, dass meine Mutter wird älter.

00:06:26: Man tut sie immer noch auf das Älterwerden abschieben.

00:06:29: Und eigentlich je früher desto besser kann man ausschliessen behandeln?

00:06:35: Oder wenn es demenz ist, dass man weiss, wo gegen wen man ansteht.

00:06:41: Wie gut erreichen bist du in die Beratungshegebote?

00:06:45: Migrantinnen und Migranten wegen der Sprache und Kulturbarrieren?

00:06:50: Das ist effektiv!

00:06:51: Ich denke da gibt's noch gute Verbesserungsmöglichkeiten.

00:06:55: Es braucht Ideen vor allem Kultursensiblerangebot.

00:06:58: Weil diese Krankheit nicht in allen Ländern... Akzeptiert als solch ein.

00:07:04: Es ist sehr viel tabuisiert, es gibt Länder, da darf man das nicht benennen, hier gibt's das gar nicht und in diesem Sinn hat es tatsächlich noch viel zu tun.

00:07:13: aber das muss mit den effektiven Leuten, die aus diesen Ländern kommen, wo sie das können auch erzählen und erklären, dort müsste es noch mehr Angebote geben.

00:07:24: In der Abklärung muss ich sagen, da wird aber schon sehr viel gemacht dass wir wirklich auf diese Sprachen Rücksicht nimmt und die verschiedenen Tests sind auch sprachlich angeglichen.

00:07:37: Und auch bildungsangegliche, gerade in europsychologischen Tests zum Beispiel.

00:07:44: Was muss sich in unserer Gesellschaft konkret verändern um pflegende Angehörige besser zu entlasten und abzichern?

00:07:51: Also ich denke es braucht verschiedene Ansätze.

00:07:54: Es braucht auf alle Fälle ein Anerkennen in der Politik Es braucht eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und auch finanzielle Unterstützung.

00:08:05: Es braucht wirklich ein gemeinsames Miteinander, es reicht nicht nur, dass man die Problematik erkennt.

00:08:12: Ich denke hier ist sehr viel Leute am Turm.

00:08:14: Das Problem wird langsam erkannt, sondern es muss jetzt auch gehandelt werden damit die pflegenden Angehörigenangebote benutzen können Und nicht nur aus dem eigenen Sack, sondern es geht auch sehr viel um die Finanzierung.

00:08:31: Dass das bis heute noch nicht anerkannt ist.

00:08:33: Die Köschen, bei denen diese Pläne angehörigen, sind ja mehrere Milliarden Euro.

00:08:38: Jetzt inwiefern führt die Demenzbetreuung für Frauen und allgemein für den mensch- kranken Leuten in der Schweiz meinen Altersarmut?

00:08:45: Ich würde sagen, dass hängt eben mit diesem Zusammenhang.

00:08:48: Es ist nur das, dass die Leistung von Begleitung und Betreuung... nicht an der Hand wird.

00:08:57: Das steckt z.B.

00:09:00: für junge Krankheiten vielfach.

00:09:03: Die Frau steckt dann zurück in die Arbeit, damit sie mehr da sein kann.

00:09:07: D.h.,

00:09:07: sie verdient weniger.

00:09:09: Sie muss aber gleichzeitig mehr ausgegeben werden, weil er ihren Mann über den Fall auserstecken krankt.

00:09:16: Dann geht er in eine Tagesstätte d.h.

00:09:18: das kostet auch ein Stund, also Zusatzkosten ... Und sie selber kann nicht voll arbeiten, zum Beispiel.

00:09:25: Das ist so das, was ansteht und eben auch gerade bei jünger Krankheiten häufig zu einem Problem wird.

00:09:33: Gibt es da kantonale oder regionale Unterschiede zum Beispiel statt gegen die Reichbarkeit dieser Erlastungsangebote?

00:09:40: Also wenn die Erlastung geht, ja, dann gibt es grosse Unterschiede.

00:09:43: Ich würde Sie gerne auf der alz-guide www.alzguide.ch.

00:09:48: hinweisen.

00:09:50: Es kommt ganz darauf an, wer die Initiative ergriffen und effektiv.

00:09:55: in der Stadt gibt es meistens mehr flächendeckende und verschiedene Angebote wieder auf dem Land.

00:10:02: Das ist auch Schweiz – also das hat mit unserer Geografie zu tun.

00:10:07: Eine

00:10:07: sehr konkrete Maßnahme braucht es dann vor Politik und auch von den Krankenkassen zum Zugang niederschwelligeres Gestalten?

00:10:18: Es braucht die Schulung, Zeit und Finanzen.

00:10:24: Das heisst es braucht wirklich von allem zusammen nicht nur eines, sondern es braucht gut ausbildete Leute, die unterstützen können – und zwar nicht nur die Heime, sondern eben auch in den Heimen oder anderen Situationen.

00:10:42: Und es braucht einfach mehr Zeit.

00:10:43: Betreuung von Menschen mit Demenz braucht mehr Zeit, dass man sich abholen kann, wo sie sind und das muss von jemandem bezahlt werden.

00:10:55: Es muss auch verstanden werden.

00:10:57: Und ja, Schulzeit finanziert.

00:11:00: Was können Gemeinden oder lokale Organisationen machen, um Demenssensibilität direkt vor Ort zu fördern?

00:11:08: Also ich denke, es geht um wirklich öffentliche Ausdusche und Teilhabe.

00:11:14: Zum Beispiel bei Altersnahmetag, dass auch Menschen mit dem Menst das Saisongebot ist, die auch eine krankte Törfe teilnehmen dürfen.

00:11:22: Die öffentlichen Fragestaltungen, Transparenz, sonst auch vielleicht auf den Gemeindenamt zum Beispiel.

00:11:32: Und als Heimers Schweiz unterstützt man alle Gemeinden die sich für eine demenzfreundliche Gemeinde interessieren.

00:11:43: Wir haben hier ein ganzes Programm, wo wir begleiten können und sagen, welchen Ansatz es dazu braucht.

00:11:51: Wie kann man Öffentlichkeitsarbeit machen?

00:11:54: Und viele Sektionen sind sehr aktiv darin.

00:11:59: Alzheimer Schweiz hat ja auch ein Alzheimer-Telefon, in dem sie bereit sind.

00:12:04: Könnt ihr da mal etwas erzählen, wieso in Ihren Alltag ausgehen, was für Anfrage oder wie viele Fälle man sich bei Ihnen melden

00:12:14: kann?

00:12:14: Also grundsätzlich jede Person, die ein Thema hat rund um eine Demenz.

00:12:20: Irgendeine Form von Demenz nicht nur Alzheimer und wir nehmen einfach das Telefon ab.

00:12:26: Wir sind auch über das Mail erreichbar, über Social Media sind wir erreichbare Und es geht darum, dass Leute, die ein Problem haben und sich mit Anständen in einer Alltagssituation einfach mal bei uns melden dürfen.

00:12:45: Wir geben Raum.

00:12:46: Wir versuchen, miteinander einzuzuhorten und vielleicht die nächste möglichste Schritt für diese Person anzudenken.

00:12:58: Machen müssen die Menschen selber!

00:13:01: Aber wir können einordnen und weiter vermitteln.

00:13:05: Wir vermittelt meistens alle, meistens an die Sektionen, weil es nicht nur Beratungen gibt, sondern sie können auch begleiten in diesem Sinn auf Zeit.

00:13:16: Wir sind meistens Erstberatung und gehen einfach mal einordnet.

00:13:21: Und bei Anfragen ... Vielfach sind es auch Anfragen von Ich denke, meine Mutter hat Anzeichen und dann schauen wir das miteinander an.

00:13:31: Was sind das für Anzeige?

00:13:33: In welchem Kontext?

00:13:34: Wie alt ist diese Person?

00:13:36: Hat sie ein Freundesnetz oder eine Begleitungsnetze?

00:13:41: Oder lebt die Person alleine in einem grossen Einfamiliehaus?

00:13:46: All das sind Dinge, die wir tagtäglich gerne auch entgegenehm haben.

00:13:51: Wir sind auch hier zu Hause.

00:13:53: Wir sind auch hier für Spitex, für gewisse Situationen, die schwierig sind.

00:13:57: Wirklich jede Person in jeder Funktion darf sich bei uns melden und wir schauen an wie wir das mit ihnen weiter entwickeln können.

00:14:10: Alles rund ums Alzheimer-Telefon und auch ein Link dazu tun wir gerne noch ins Show-Note.

00:14:17: Frau Henry, ich danke Ihnen vielmals für dieses spannende Gespräch und zur Mitwirkung beim Durchblick!

00:14:22: Danke vielmals.

00:14:23: Alles Gute!

00:14:25: Wenn dir die Folge gefallen hat und du noch mehr von uns gehören willst, dann abonnierst du hier auf Spotify, Apple oder überall dort, wo deine Podcast gelassen ist.

00:14:33: Dann verpasst es sicher keine neuen Folgen mehr.

00:14:35: Und alle Infos zum Alzheimer-Telefon verlinken wir dir gerne in den Show Notes.

00:14:40: Mein Name ist Faber Schmid.

00:14:41: Danke für das Einschalten und bis zum nächsten Mal.

00:14:46: Durchblick – Die Wissenschaft hinter den Schlagzeilen.

Über diesen Podcast

Blick bringt Wissenschaft auf den Punkt. Tag für Tag rauschen Schlagzeilen über die Bildschirme und durch die Druckmaschinen. Doch hinter diesen Schlagzeilen verbergen sich oft tiefere wissenschaftliche Zusammenhänge. Durchblick macht sie sichtbar. Das Moderatoren-Team Sina Albisetti und Fabio Schmid spricht mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen und bieten dir in jeder Folge neue Perspektiven – fundiert, verständlich und nah am Zeitgeschehen.

Jetzt streamen auf allen Podcast-Plattformen, YouTube oder bei Blick.
Eine Produktion von Blick - unterstützt von der Gebert Rüf Stiftung.

von und mit Blick – Jasmin Wernli & Fabio Schmid

Abonnieren

Follow us