Durchblick – der Wissenschaftspodcast

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Scientainment

Transkript

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00:00:00: Der Durchblick wird unterstützt von Gebert

00:00:03: Räufstiftig.

00:00:06: Ich verrate euch jetzt etwas.

00:00:08: Ich habe ein zweijähriges Mädchen in Hause und wer jetzt denkt so herzig?

00:00:14: Es geht!

00:00:15: Meistens ja, aber häufig ist sie auch einen kleinen Drachen.

00:00:18: Ein Terrible tool wie man auf Neudeutsch sagt.

00:00:21: Und das bedeutet brutale Wutanfälle und Schreiatacken.

00:00:24: Auch wenn ich weiss, dass alles normal und nur eine Phase ist, frage ich mich häufig gibt es ein Wundermittel gegen diese Trotzphase?

00:00:34: Durchblick

00:00:37: Die Wissenschaft

00:00:38: findet Schlagzeilen.

00:00:42: Mein Name ist Yasin Wernli und ich habe gerade sehr persönlich erzählt, wie es bei mir zu Hause manchmal hergeht.

00:00:49: Auch Christina Henni hat diese Woche Tosen abgelassen und auf Instagram oft erzählt, dass ihr ein zweijähriger Kind gerade mega anstrengend ist und dass sie häufig eure Grenzen kommt.

00:00:59: Ich finde es erfrischend,

00:01:01: andere

00:01:01: schämen sich fremd bei so viel Offenheit.

00:01:04: So oder so.

00:01:05: das Leben mit einem zweijährigen Kind ist nicht einfach!

00:01:09: Aber warum ist das eigentlich so?

00:01:10: Was passiert im Hirn von zwei Jährigen, dass sie zwischen Zunaschi und Wutafall hin- und herschwanken?

00:01:16: Die Frage kläre heute mit Sarah Ambros.

00:01:19: Sie ist Oberärztin mit Schwerpunktentwicklungspediatrie am Kinderspital Zürich.

00:01:26: Grüezi Frau Ambrose, herzlich willkommen im Durchblick!

00:01:28: Grüezie, danke, dass ich hier sein darf.

00:01:30: Das, was Kristina in den Wochen erzählt hat, könnte ganz viel älteren Anvollziehen.

00:01:35: Von einer Sekunde auf die andere explodiertes Kind.

00:01:37: Es gibt einen massiven Wutfall ... Schlimmste Fall Minuten lang und das mehrmals täglich, was super anstrengend ist.

00:01:44: Warum kann es zweijährig sein?

00:01:46: Ein Moment mega vernünftig wirken und fünf Minuten später wegen der Kleinigkeit total ausrasten.

00:01:52: So ein kleines Kind ist einfach total überwältigt von den Emotionen, die es in dem Moment überkommt.

00:01:58: Sie haben es gerade gesagt oder sind oft wirklich Kleinigkeiten für die Kinder im Alter aber ganz grosse Sachen sind.

00:02:06: Diese typischen Wutanfälle passieren ja ganz klassischen Alter.

00:02:11: uns eigentlich mega spannend sich zu überlegen was da drin, was da überhaupt passiert im Kind damit man nachvollziehen kann wie kommt es dazu dass ein ruhiges Kind das grad schön am Spielen ist plötzlich von einer Sekunde auf die andere so dermaßen kippen kann.

00:02:25: Was

00:02:25: passiert dann?

00:02:27: Dass es so kippt?

00:02:28: Ungefähr mit achtzehn Monaten lernt ein Kind seinen eigenen Willen kennen.

00:02:33: Das heißt ich mache mal ein Beispiel wenn zwölf Monate altes Kind sich im Spiegel sieht Dann freut sich es, fängt an mit dem Kind da drüben zu spielen und denkt, da sitzt ein anderes Kind.

00:02:45: Also das kann noch überhaupt nicht verstehen, dass er sich selbst sieht.

00:02:50: Wenn das Kind dann älter wird, so ungefähr mit achtzehn Monaten auch das klassische Alter in dem das trotz Verhalten anfängt merkt das zum ersten Mal, oh, das bin ja ich!

00:03:01: Und das ist der Moment wo das Kind merkt, ich habe einen eigenen Willen Ich bin nicht einfach ein Teil von Mama und Papa oder meiner Bezugsperson, sondern ich habe ja eigene Gedanken.

00:03:14: Vielleicht passt mir das gar nicht was Mama oder Papa mir in den Moment sagen?

00:03:19: Das ist eine Riesensprung in der Entwicklung von Kindern eigentlich ne ganz tolle Phase und ganz wichtig dass sie das doch laufen.

00:03:27: und wenn natürlich jetzt der Wille vom Kind nicht mit dem übereinstimmt, was Mama und Papa gerade sagen.

00:03:33: Dann kommen ganz viele Gefühle im Kind, dass es noch überhaupt nicht regulieren kann und das ist dann dieser klassische Wutanfall.

00:03:41: Also wenn wir alle älteren beruhigen, wenn unser Kind bockt, haben sie nichts falsch gemacht?

00:03:47: Genau, das stimmt!

00:03:48: Es gehört zur normalen Entwicklung von einem Kind.

00:03:53: Nichts wo man sich Sorgen machen muss, ist eigentlich ein ganz wichtiger Schritt.

00:03:57: also wenn man jetzt wieder daran denkt Was passiert eigentlich in dem Kind?

00:04:03: Wie wichtig, dass ein Kind merkt.

00:04:04: Ich bin ja eine eigenständige Person.

00:04:07: Ich klebe nicht an Mama und Papa, sondern ich entwickel mich weiter.

00:04:11: Das ist das, was wir uns wünschen für unsere Kinder.

00:04:14: Dass sie sich entwickeln, dass sie irgendwann selbstständig werden.

00:04:18: Aber dieser Schritt im Alter von einem halb zwei Jahren, der ist oft einfach anstrengend für alle Beteiligten aber eben auch für das Kind selbst weil da ganz viel passiert.

00:04:28: Aber die Eltern haben keine Schuld daran.

00:04:30: Nein!

00:04:31: Es gibt auch immer wieder Älteren, die sagen, mein Kind weiss eigentlich ganz genau was es darf und was nicht darf und macht's dann aber trotzdem.

00:04:39: Kann ein zweijähriges Kind tatsächlich Regeln verstehen um dann extra nichts anzuhandeln?

00:04:45: Es gab keine so ganz einfache Frage.

00:04:50: Es ist so dass wir häufig wahrscheinlich ... mehr von dem Kind erwarten im Alter von zwei Jahren, als es tatsächlich verstehen kann.

00:04:59: Also wenn man sich jetzt mal vorstellt wieviel kann denn ein Kind mit zwei Jahren sprechen?

00:05:05: So in der normalen Entwicklungskurve fängt ein Kind an Zwei-Wortsetze zu bilden also wie Mama kommt ganz kurze Sätze.

00:05:13: Wenn wir überlegen wie viel wir oft erklären und Regeln aufsetzen, kann man sich vielleicht ein Bild machen Wie viele versteht ein Kind in dem Moment?

00:05:22: Ein anderes Beispiel ist, wir gehen in fünf Minuten vom Spielplatz.

00:05:26: Haben vielleicht alle Eltern schon mal gehört oder auch selbst gesagt das hat sich, ich denke es passiert ganz automatisch und wenn man sich überlegt an welchem Alter ein Kind diesen Satz versteht dann wird einem eigentlich klar dass man's komplett überfordert.

00:05:41: erstaunlicherweise erst ab acht Jahren kann ein Kind mit der Aussage Wir gehen in Fünf Minuten was anfangen.

00:05:48: Das heißt

00:05:49: Wenn Ich eine Regel setze die gar nicht im Entwicklungsstand des Kindes entspricht, dann hat das Kind natürlich Mühe sich daran zu halten.

00:05:58: Beziehungsweise versteht er es gar nicht?

00:06:00: Wie kann ich dem mein Kinder richtig abholen?

00:06:02: wenn man ein Beispiel Spielplatz wendet und ich will gerne gehen ohne dass jedes Mal in einem riesigen Desaster ändert wie mein Kind jetzt halt gerne aufm Gereitsleben bleiben?

00:06:11: Wie hole ich den mein zweijähriger richtig ab?

00:06:14: oder kann ich das gar nicht, weil ich den Hut davon einfach in Kauf nehme?

00:06:20: Man kann Kinder gut begleiten in diesen Momenten.

00:06:23: Man kann zum Beispiel, anstatt zu sagen wir gehen in fünf Minuten, könnte man sagen schauen wir legen drei Steine hin oder wir legen einfach ein paar Steine hinhin und jedes Mal kommt ein Stein weg.

00:06:33: und wenn die Steine weg sind dann ist Zeit um wieder nach Hause gehen.

00:06:37: Da kann kleineres Kind viel schneller was damit anfangen als mit der Aussage fünf Minuten.

00:06:42: da haben sie auch gar kein zeitgefühl dafür.

00:06:45: Oder können Kinder werden ja gerne eingebunden in die Entscheidungen.

00:06:51: und wenn man zum Beispiel ihnen sagt, wir gehen jetzt gleich heim.

00:06:56: Sucht ihr doch noch eine Sache aus, die du auch ganz gerne machen willst bevor wir vom Spielplatz gehen?

00:07:01: Und dann sagen sie vielleicht, ich möchte dich noch einmal rutschen!

00:07:05: Dann sind Sie wie mit dabei, das ist ganz anders als wenn wir das Kind plötzlich aus dem Spiel quasi rausreißen und sagen so du kommst jetzt wir gehen heim und das Kind versteht nicht was passiert.

00:07:16: Kann es Kinder überhaupt verstehen, dass ihr das Verhalten einen Einfluss auf andere Menschen oder ihre Umgebung habt?

00:07:22: Ja aber noch nicht mehr zwei Jahre.

00:07:24: Also das zweijährige Kind kann das trotzdem noch nicht verstehen.

00:07:28: Somit drei eher vier Jahren passiert die sogenannte Theory of Mind.

00:07:34: Das ist ein ganz wichtiger Entwicklungsschrind auch bei den Kindern und dort verstehen sie dann oder fangen Sie an sich in jemand anderen hineinversetzen können.

00:07:46: Also das heißt, dass sie auch die Gefühle von andern verstehen können – die Gedanken und die Wünsche oder auch Absichten von anderen Menschen.

00:07:55: Und vorher ist es den Kindern noch gar nicht möglich!

00:07:58: Das heisst ab dann?

00:08:00: Ab dann nimmt Wort der Falle auch ab.

00:08:02: Genau, das ist eigentlich das Alter, indem man sagt klassischerweise nehmen so diese… das was wir als Trotzanfälle oder Wutanfälle kennen, nehmen dann auch ab weil das Kind einfach sich auf der einen Seite schon etwas besser regulieren kann und auch schon die anderen Seite besser versteht.

00:08:19: Aber so ganz konkret, wenn ich halt jetzt diese Wut anfallen muss, in Kauf nehmen, mein Kind kann die Emotionen nicht selber regulieren und es verstarbt mich vielleicht auch gar noch nicht so, wie ich es vielleicht gerne hätte als älteren Mängnis.

00:08:34: Kann ich meine Zweijährigen überhaupt schon erziehen oder muss ich mit dem halt einfach noch ein bisschen

00:08:40: warten?

00:08:40: Erziehen ist auch ... kein ganz so einfaches

00:08:43: Wort, also

00:08:44: ich glaube für mich ist es wie die Frage wichtiger.

00:08:47: Wie kann ich ein Kind begleiten in seiner Entwicklung?

00:08:51: Erziehen hat immer so ein bisschen von... Ich ziehe mein Kind an den Ort wo ich sie eigentlich haben möchte, bis zu dieses Bild das früher ja sehr verbreitet war.

00:09:01: Ich bekomme ein Kind, das ist wie ein weißes unbeschriebenes Blatt und da schreibe ich jetzt drauf.

00:09:07: und das Endprodukt ist eigentlich das End-Produkt meiner Erziehung.

00:09:11: Und das funktioniert natürlich nicht so, weil bei den Kindern schon ganz viel Anlage dabei ist.

00:09:17: Temperament ist dabei und natürlich die Erfahrungen prägen ein Kind dann auch.

00:09:24: ich würde erziehung mehr definieren als wirklich einen begleiten in dem die Kinder Liebe brauchen Verständnis aber natürlich auch Grenzen.

00:09:33: also dass das eine schließt das andere nicht aus.

00:09:37: Jetzt nehmen wir noch einmal das Beispiel von dem trotzenden Kind, vielleicht so der Klassiker.

00:09:41: Es ist in den Mikros kommt ein Schlagstangen und überschmeißt sich auf den Boden.

00:09:46: Wie reagiere ich als älteren in einer solchen Situation richtig?

00:09:50: Ich glaube dass das allererste oder was unglaublich viel hilft glaub ich es zu wissen, dass es kein Machtkampf.

00:09:57: Das ist echt Verzweiflung vom Kind!

00:10:00: Das Kind macht das nicht um uns zu ärgern dass es wie schon so eine Grundlage diesen bisschen einfacher macht.

00:10:07: Und dann, wenn ich das verstehe oder mein Kind ist eigentlich verzweigelt und es macht gerade auch einen ganzen schwierigen Moment durch, dann ist es unglaublich wichtig, dass wir da sind, dass mit dem Kind signalisieren – Ich bin auch bei dir, wenn's grad schwierig ist!

00:10:22: Ich bin an deiner Seite und auf der anderen Seite aber Die Grenze weiter aufrechthalten, wenn zum Beispiel der Schleckstengel war in der Migros.

00:10:33: Wahrscheinlich klassischerweise an der Kasse.

00:10:35: Die Leute stehen an alle, schauen es einen unangenehmen Moment für alle Beteiligten – für die Eltern und das Kind, für alle, die dabei sind.

00:10:44: Ich denke, dass es extrem hilft.

00:10:46: oder wenn alle verstehen würden auch diejenigen, die an der Kasse sitzen?

00:10:51: Auch diejenigen in der Schlange sind?

00:10:53: Das gehört zur normalen Entwicklung!

00:10:56: und sich so verhalten, dass es unterstützend wirkt.

00:10:59: Ruhig bleiben dabei sein beim Kind bleiben hilft extrem.

00:11:06: was auch hilft ist das man die Emotionen benennt also dass man sagt hey ich sehe du bist jetzt grad wütend weil du den Schleckstängel nicht bekommen hast.

00:11:16: Was passiert in dem Moment?

00:11:17: Das Kind bekommt erst mal Begriffe sie auch am Sprache lernen.

00:11:21: was passiert überhaupt in ihm selbst?

00:11:24: das hat ja gar keine Worte dafür Und gleichzeitig fühlt sich das Kind ja auch gesehen.

00:11:30: Ich finde, oder in der Elternberatung frage ich dann oft wie geht's denn Ihnen wenn gerade irgendwas passiert was wo Sie wütend werden?

00:11:38: Oder wo sie traurig sind?

00:11:40: Hilft es Ihnen wenn dann zum Beispiel Ihr Partner Ihre Partnerin kommt und sagt Ja melde dich wieder bei mir wenns vorbei ist oder Kommt tut doch nicht so dass es doch nicht So schlimm stelle Dich doch nicht an.

00:11:55: Oder hilft es mir, wenn die vertraute Person dich an meiner Seite sagt, boah ich sehe gerade du bist richtig traurig oder das macht dich wütend.

00:12:05: Hey!

00:12:05: Ich bin jetzt einfach für dich da und bin an deiner

00:12:08: Seite.".

00:12:09: Und den Kindern geht's ähnlich?

00:12:10: Ich glaube, wenn wir das vermitteln können und irgendwie ernst nehmen sagen, ich bin da, ich begleite Dich... Das ist ein Riesenschritt.

00:12:19: Es ist mega gut dass Sie das jetzt sagen, so mit dem Vergleich auch mit einem Erwachsenen zu sein wie das stimmt voll.

00:12:25: Weil ich habe auch schon gehört, wenn man das Gefühl hat, dass man aus Kind begleiten muss und die Angst umschwingt.

00:12:33: Dass man das Kind in seiner Wut noch bestärkt.

00:12:37: Dass ein Kind das Gefühl bekommt... Es ist ganz okay, dass ich so einen Wutfall habe.

00:12:44: Also machen drei Mal am Tag.

00:12:45: Und ich mache jedes Mal, wenn ich in den Migratenschlägen vorbeiläufe.

00:12:50: Ja, also ich glaube es hilft dann schon wieder sich zu ändern.

00:12:53: Die Kinder in dem Alter können das nicht bewusst einplanen und sagen so wenn ich jetzt wieder in der Kasse bin, dann ärgere ich meine Mama ein bisschen und werfe mich wieder auf den Boden.

00:13:01: sondern für die Kinder ist das auch anstrengend.

00:13:04: als wenn man Kinder beobachtet bei so einem Butanfall trotz Anfall Was ist anstrengend für Sie?

00:13:11: Die sind danach oft richtig erschöpft und verschwitzt.

00:13:14: Interessanterweise, während dem Wutanfall haben sie das oft gar nicht gerne.

00:13:18: dass man sich umarmt oder zu nahe kommt Das finde ich auch noch wichtig den Aspekt.

00:13:23: Aber wenn es dann vorbei ist Dann brauchen sie oft ganz viel Nähe Und müssen sich quasi wie Ja einfach Einfach auch noch fertig beruhigen.

00:13:33: und sie kommen dann häufig von selbst.

00:13:35: und dann ist natürlich wichtig Dass wir für sie da sind.

00:13:38: Und auf der anderen Seite, das was Ziegler habe ich auch angedeutet haben.

00:13:42: Ich könnte natürlich jetzt sagen okay Schleckstänger gibt es nicht, Kind wirft sich auf den Boden und tobt.

00:13:49: also sage ich ja komm den kaufen mir einfach dann ist doch alles gut.

00:13:55: und da kommt so ein bisschen der Aspekt von den Grenzen die halt auch wichtig sind für die Kinder.

00:14:00: Die haben hier auch eine ganz wichtige Funktion und dass man versucht bei diesen Grenzen zu bleiben, die auch vernünftig sind in dem Moment.

00:14:09: Man hat sich ja was überlegt wo man gesagt hat nie das kaufen wir jetzt nicht und dass man zwar das Kind in den Gefühlen begleitet aber das heißt ja nicht dass ich hier sofort alles kaufen und machen muss was das ausgelöst hat weil das Kind ja auch lernt mit diesem Frust dann irgendwie umzugehen oder auch lernte auf Sachen zu warten.

00:14:29: das ist ja auch etwas wichtiges was in der Entwicklung passiert.

00:14:34: Wir haben uns den Fokus des Kindes begleitet und die Emotionen durchbegleiten.

00:14:38: Aber kann ich vielleicht vorgängig schon irgendetwas machen, damit es gar nicht in der Wutavale kommt?

00:14:44: Wenn ich z.B.

00:14:45: weiss, dass der Schlagstang an den Kassen eventuell ein Drama auslösen könnte ... Kann man das im Vorfeld vielleicht schon abfadern?

00:14:54: Das funktioniert bei kleinen Kindern oft erstaunlich gut!

00:14:57: Man kann sie ablenken bevor im Wutanfall dann in der Regel nicht mehr, aber bevor es überhaupt dazu kommt.

00:15:03: Zum Beispiel sage ich, ich kenne ja ungefähr die Auslöser und ich beugte ihn ein bisschen vor.

00:15:09: Ich könnte irgendwas mitnehmen für die Kasse oder was mein Kind gerne macht oder ihm etwas anbieten in der Zeit oder vielleicht eine Geschichte erzählen also so dass es vielleicht gar nicht jetzt den Fokus hat auf den Schleckstängel oder auch andere Sachen.

00:15:23: zum Beispiel Kinder sind ja neugierig.

00:15:26: wenn ich irgendwie schaffe ihre Neugierde zu wecken dann habe ich sie häufig Zum Beispiel, wenn ein Kind jedes Mal trotz, wenn es darum geht die Schuhe anzuziehen.

00:15:36: Wenn man rausgeht gibt's ja manchmal auch macht nicht jedes Kind.

00:15:39: gerne könnte ich entweder sagen durch habe zwei paar schuhe ausgewählt und da sind dann zwei Schuhen die zum Wetter draußen passen und wähl doch du jetzt den Schuh aus, welchen von den beiden möchtest du?

00:15:54: Und da gebe ich ja trotzdem die Richtung vor.

00:15:56: Ich habe eine Vorauswahl gemacht aber mein Kind ist eingebunden und dann sind sie oft so fokussiert drauf dass Sie sich jetzt entscheiden dürfen, dass sie gar nicht in dieses eigentlich will ich mir doch gar nicht die Schuhe anziehen kommen.

00:16:09: oder ich könnte sagen hey hast du dir die schuhe schon mal im Treppenhaus angezogen?

00:16:12: wollen wir das mal probieren?

00:16:13: und dann ist vielleicht auch dieser Fokus weg und es kommt gar nichts zu diesem Wutanfall.

00:16:19: Ich glaube, jetzt leben wir in einer Zeit, wo ich an wahnsinnig viele Informationen komme als Älteren, wenn es um eine Ziege geht.

00:16:27: Und auch auf allen Social-Media-Kanal wird mir vorgeben, was ich machen muss und was ich vielleicht nicht machen muss.

00:16:34: Gibt es da vielleicht irgendetwas, das mir als älter ein bisschen zu viel Energie in die Ziege investiert?

00:16:39: Was sie sagen, das bringt eigentlich gar nichts!

00:16:42: Also ich glaube immer, wenn man versucht irgendwas beim Kind zu erreichen, wofür das Kind noch gar nicht bereit, dann steckt man unglaublich viel Energie rein und ist frustriert.

00:16:54: Also eben vielleicht nochmal zurück zu dem dass ein zweijähriges Kind sich noch nicht in die Perspektive von einem anderen reindenken kann.

00:17:03: wenn ich ihm versuche jetzt sehr klein schaue mal der und die fühlt sich jetzt so und so und deswegen sollst du das nicht machen usw.. Dann ist es vielleicht frustrierd weil mein Kind das einfach noch nicht verstehen kann und ich glaube es hilft sich ein bisschen damit auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel jetzt bei dem Food-Anfall.

00:17:22: Was passiert denn da beim Kind?

00:17:24: Was ist das für einen Entwicklungsschritt?

00:17:26: Ab wann kann ein Kind sich in jemand anderem hineinversetzen?

00:17:31: und ich denke gerade so in diesem Bereich von dieser so zu emotionalen Entwicklung sind diese Schritte oft nicht so klar.

00:17:40: Beim Laufen lernen ist es für uns einfacher oder beim Sprechen ist es irgendwie offensichtlicher.

00:17:45: wir würden wahrscheinlich von einem sechs Monate alten Säugling nicht erwarten, dass es eine Treppe laufen kann.

00:17:52: Weil wir wissen und sehen das es irgendwie nicht zusammenpasst.

00:17:57: Und in dem Bereich der sozial-emotionalen Entwicklung sind die Schritte für uns nicht so ganz offensichtlich oder wir kennen sie vielleicht nicht so.

00:18:06: aber ich denke zu diese wichtigsten Ankerpunkte zu verstehen hilft ungemein dann einordnen zu können was uns das Kind gerade zeigt.

00:18:16: Jetzt stelle ich die gleiche Frage noch umgekehrt.

00:18:18: Gibt es irgendwelche Sachen, die meine Eltern etwas unterschätzen und nicht so auf dem Schirm haben?

00:18:23: Obwohl es eigentlich für die Entwicklung vom Kind mega wichtig wäre?

00:18:26: Wenn man so ein bisschen anschaut oder die Richtung der letzten Jahre ... Es gab sehr viel über bindungsorientierte Beziehungen was sehr sehr wichtig ist.

00:18:37: also wirklich diese Bindung-Beziehung zum Kind stärken Und Kinder brauchen das unbedingt als Grundlage.

00:18:44: aber Sie brauchen auch Freiheit.

00:18:46: Freiheit, dass sie spielen können und entdecken können.

00:18:50: Dass sie sich entwickeln können.

00:18:53: Und genau da helfen zum Beispiel hier auch Grenzen.

00:18:56: Wenn ich z.B.

00:18:57: jetzt auch sage den Schleckstänger gibt es nicht das Kind lernt ja auch dadurch mit solchen Situationen umzugehen.

00:19:03: also ich gebe dem kind ich nehme mir nicht einfach was weg sondern ich gebe ihm auch die Möglichkeit zu wachsen diese Situationen zu lernen.

00:19:13: Und so sieht es eigentlich in vielen Bereichen aus, dass auch gut ist das Kinder Erfahrungen machen dürfen, dass sie wirklich diesen Neugierde und diesen Wunsch sich zu entwickeln, auch ausleben können.

00:19:27: Mit dem kommen Kinder auf die Welt, wenn man sie beobachtet – sie sind neugierig!

00:19:31: Sie wollen entdecken, sie wollen laufen lernen, sie sind interessiert und dass sie dort diese Freiheit von uns bekommen.

00:19:40: Frau Ammos, vielen Dank für Ihre viele Erziehungs-Inputs und Tipps.

00:19:45: Und für Ihre Zeit hier bei uns im Durchblick!

00:19:47: Gerne, herzlichen Dank, dass ich ihr sein durfte.

00:19:52: Was für Erfahrungen hast du meine kleinen Kinder?

00:19:54: Verzähl uns deine Geschichte in den Kommentaren.

00:19:57: Wenn dir die Folge gefallen hat, dann abonnier doch unseren Kanal.

00:19:59: Mein Name ist Yasod Merndlich.

00:20:01: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

Blick bringt Wissenschaft auf den Punkt. Tag für Tag rauschen Schlagzeilen über die Bildschirme und durch die Druckmaschinen. Doch hinter diesen Schlagzeilen verbergen sich oft tiefere wissenschaftliche Zusammenhänge. Durchblick macht sie sichtbar. Das Moderatoren-Team Sina Albisetti und Fabio Schmid spricht mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen und bieten dir in jeder Folge neue Perspektiven – fundiert, verständlich und nah am Zeitgeschehen.

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von und mit Blick – Jasmin Wernli & Fabio Schmid

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