Scientainment
00:00:01: Der Durchblick wird unterstützt von Gebert
00:00:03: Räufstiftig.
00:00:05: Fröhlich stört vor der Tür und viele planen schon die ersten Wanderrouten in den Bergen.
00:00:10: Für viele Leute ist es mehr als nur ein Hobby, es ist eine Auszeit eines durchschnufen bewussten Abstandes des Alltags.
00:00:18: Die
00:00:21: Wissenschaft hinter den Schlagzeilen
00:00:25: Berge oder allgemein Natur stehen für Ruhe, Weite und Erholung.
00:00:30: Aber hinter dieser Faszination steckt mehr als einfach nur eine schöne Aussicht.
00:00:34: Natur beeinflusst unseres Wohlbefinden messbar und Bewegung hilft bekanntlicherweise sowieso beim Stressabbau.
00:00:40: Genau diese Kombination macht aufenthalt in den Bergen ein Besonderungs.
00:00:44: Aber was passiert psychologisch, wenn wir in der Natur sind oder in den Berg am Wandern?
00:00:49: Und warum genau fühlt man sich noch viel besser?
00:00:52: Mein Name ist Fabio Schmid und meine Moderationskollegin Diasmin Werngli klärt jetzt diese und weitere Fragen mit Nicole Bauer.
00:00:58: sie ist Umweltpsychologin von WSL.
00:01:06: Herr Bauer, vielen Dank, dass Sie heute im Durchblick sind.
00:01:10: Ja, herzlichen Dank für die Einladung!
00:01:11: Freut mich sehr.
00:01:13: Eine Huffe von uns hat immer wieder in den Bergen gesetzt.
00:01:15: Zum Wanderer oder zum Skifahrer hat einfach eine Erholung... Kann man ganz einfach erklären warum das so ist?
00:01:23: Das kann man schon recht einfach erklären wobei es natürlich mehrere Gründe gibt wie immer.
00:01:27: Zum einen wissen wir aus der Forschung zu Waldbewusstsein suchen, dass es zwei wesentliche Motive gibt Für die Erholung, das eine ist das Motiv sich zu entspannen.
00:01:37: Da geht es dann um Aspekte wie beispielsweise die Natur genießen oder die frische Luft genießen und alleine sein so etwas.
00:01:46: Und zum anderen gibt es das Motive sozialen Aktivitäten nachzugehen.
00:01:51: also das wäre dann zb mit Freunden oder mit der Familie etwas zu unternehmen.
00:01:56: Das sind so die zwei wesentliche Motive.
00:01:59: das wissen wir aus eben wie gesagt aus der Waldforschung.
00:02:03: Aber das sind so Motive, die sind relativ allgemein und die kann man auch auf die Berge übertragen.
00:02:10: also das ist ohne weiteres möglich wobei da kommen dann noch wieder zusätzliche Motive hinzu.
00:02:17: eines ist zum Beispiel wenn es sich für die Person um eher anspruchsvolle Touren handelt dann ist es sicher auch dieses Sense of Achievement, also dass man etwas Besonderes gemacht hat oder geschafft hat.
00:02:31: Aber es kann natürlich auch darum gehen das anderen zu kommunizieren in der einen oder anderen Weise.
00:02:36: Also wir kennen das ja vom Posten von irgendwelchen Fotos oder so was man geschafft hat.
00:02:45: Sie haben nicht so vom Wald und so geredet, also von der Natur ganz allgemein.
00:02:48: Aber gibt es irgendwelche wissenschaftliche Hinweise darauf?
00:02:51: Dass der offenthalte Berglandschaft irgendwie den Stress reduziert und das Wohlbefinden steigert?
00:02:57: Das Spezifische ist einfach dass es schwierig ist Forschung zu machen.
00:03:02: zu den Bergen.
00:03:04: Wir machen viele vergleichende Studien da geht es um verschiedene Naturräume.
00:03:08: aber ein ganz wichtiger Faktor ist die Geländemodellierung.
00:03:14: Man versucht dann immer bei Vergleichen das Terrain möglichst gleich zu halten, weil die körperliche Anstrengung auch wichtig ist für die Erholungen.
00:03:22: Wir vergleichen beispielsweise Stadtlandschaften mit Wald und es ist aber wichtig dass quasi die Strecke, die Menschen gehen, die Gleiche sind und sie nicht im Wald sich mehr anstrengen müssen körperlich als in einem städtischen Setting.
00:03:39: Insofern ist es wahnsinnig schwierig Forschung zu... zu Bergen zu machen und daher gibt es das so spezifisch gar nicht.
00:03:47: Und ein weiterer Punkt ist natürlich, Berge sind ja in der Regel auch nicht kahl da ist auch wieder Wald.
00:03:53: man hätte dann auch wieder einen vermischtes eigentlich was eben ganz wesentlich bei der Erholung ist.
00:04:04: die körperliche Anstrengung, die Bewegungen Die spielt eben auch eine wichtige Rolle.
00:04:08: Wenn man in den Bergen unterwegs ist, vor allem bergauf, dann ist das ein sehr wichtiger Einfluss, sodass man quasi die naturräumlichen Gegebenheiten wie nicht trennen kann.
00:04:20: in der Forschung sauber.
00:04:28: Strandferien.
00:04:30: Wir haben überlegt, warum das so ist?
00:04:39: Aber hat es damit zu tun, dass man in den Bergen wahrscheinlich eine Aktie für Rischwetter anstammt?
00:04:44: Ja also wir wissen zum einen, dass Bewegung stimmungsaufhellend ist.
00:04:48: Das weiß man aus ganz viel verschiedener Forschung und dann wissen wir auch, dass Bewegungen hilft dabei abzuschalten.
00:04:57: Da gibt es eine Studie die möchte ich vielleicht kurz erklären.
00:05:00: Die ist wirklich sehr anschaulich gewesen.
00:05:03: Das war ein norländische Gruppe.
00:05:07: die haben Personen befragt oder Experimente gemacht mit Personen, die einen Schrebergarten hatten.
00:05:13: Und diese Personen wussten nicht dass es zwei verschiedene Bedingungen gibt.
00:05:18: zu Beginn durften alle in ihrem Garten sich einem Test unterziehen.
00:05:23: also durften sie mussten sich einem test unterziehen und das war ein sogenanntes Stresstest mussten sie verschiedene Aufgaben machen unter Zeitdruck und am Ende hat man ihnen gesagt, es hätte noch nie jemand so schlecht abgeschnitten wie genau Sie.
00:05:42: Und das hat natürlich sehr dazu beigetragen dass die gestresst waren.
00:05:46: Man hat das Stresshormon Cortisol gemessen.
00:05:50: Das kann man relativ einfach im Speichel messen.
00:05:54: Und dann war es so, dass ein Teil also die Hälfte der Personen durfte in ihrem Garten so ein bisschen Gärtnern, eine körperlich wenig anstrengende Tätigkeit dieser Nachgehen und der andere Teil der Personen die sollte sich in ihr Gartenhäuschen setzen.
00:06:15: In gemütlichen Sessel und da in einer Zeitschriftblätter.
00:06:20: dann hat man nach dieser halben Stunde wiederum den Cortisol-Spiegel gemessen im Speichel neue Probe genommen.
00:06:30: die aktiv sind, die Gärtnern durften, haben sich besser erholt.
00:06:35: Zum einen ist der Cortisol-Spiegel, also diese Stresshermonie ist stärker gesunken und zum anderen haben sie auch in einem Fragebogen angegeben, dass sie sich wohler fühlen.
00:06:45: Also ihr Wohlbefinden ist stärk gestiegen.
00:06:48: Und das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die Personen, die im Sessel saßen, die haben sich die ganze Zeit gefragt ja meine Güte wieso habe ich da jetzt so schlecht abgeschnitten schlechter als jemals jemand zuvor.
00:07:02: Was ist da falsch gelaufen, woran liegt das?
00:07:05: und so weiter?
00:07:05: Das heißt die haben sich gedanklich wahnsinnig viel mit dem beschäftigt und das Gute an Aktivität ist dass es uns davon abhält zu grübeln.
00:07:14: Aber theoretisch könnte ich ja sagen dann will sie auch einfach lange wenn ich in der Stadt etwas spazieren kann.
00:07:19: was macht eine Natur selber?
00:07:21: was hilft ihnen?
00:07:22: zusätzlich noch?
00:07:23: Die eine Theorie ist die sogenannte psychoevolutionäre Stress-Erholungstheorie, die besagt dass der Mensch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte dazu neigt oder das es einfach so ist wenn man sich ins Grüne schaut.
00:07:38: Dass man sich dann erholt und mit Entspannung darauf reagiert weil das Grüne und auch das Wasser sehr stark mit dem Überleben verbunden war.
00:07:49: Und das ist etwas Spezifisches für die Natur viel weniger, weil dort natürlich keine natürlichen oder wenig natürliche Reize sind.
00:08:00: Zum Beispiel hat man einen Versuch gemacht der ist ganz bekannt und auch sehr anschaulich.
00:08:05: da waren Personen die sich nach Nagallenblasen-OP im Spital befanden und die einen guckten auf eine Brandschutzmauer und die anderen auf Bäume im Innenhof.
00:08:18: und die Person die auf die Bäume guckte sie hatten weniger Schmerzmittel Sie brauchten weniger Schmerzmittel und konnten früher entlassen werden als die anderen.
00:08:30: Dann gibt es aber noch eine andere Theorie, das ist die sogenannte Aufmerksamkeitserholungstheorie.
00:08:39: Die besagt also dass wir ja in der Lage sind uns auf etwas zu konzentrieren.
00:08:45: sie sind jetzt in der lage mit meinem meinen ausführungen zu folgen Eine gewisse Zeit.
00:08:51: In der Zeit müssen sie andere Sachen ausblenden, Sie können zum Beispiel nicht daran denken was jetzt als nächstes nach dem Gespräch machen müssen oder ja alles Mögliche müssen sie ausblende.
00:09:01: das geht eine Weile lang gut und irgendwann geht es nicht mehr.
00:09:05: und dann brauchen sie eine Pause Und umwelten die besonders gut sind um diese Konzentrationsfähigkeit wieder herzustellen.
00:09:13: Die haben verschiedene Merkmale.
00:09:15: Zum einen sind sie faszinierend.
00:09:17: Das heißt, Sie können die Aufmerksamkeit auf sich ziehen ohne dass wir unsere Aufmerksamkeit kampfhaft darauf richten müssen.
00:09:24: Dann geben uns ein Gefühl von Being-Away also von Alltagsferne und das ist ganz wichtig bei der Erholung.
00:09:32: Dass es ein Kontrast ist zu dem was man so im Alltag hat.
00:09:37: Und das dritte ist Die Coherence.
00:09:40: Also diese Umwelten sollen als coherent wahrgenommen werden.
00:09:45: Sie sollen Sinn machen und nicht wie zerstückelt wirken.
00:09:48: Und das vierte ist dann die Compatibility, also dass es mit unseren Wünschen und Präferenzen auch in Einklang ist.
00:09:57: Das sind so die vier Merkmale, die dazu führen, dass eine Umwelt erholt haben ist.
00:10:03: Und gerade diese Fascination und das Being-Away – das ist in stärkerem Maße gegeben im natürlichen Umwelten als in bebauten Umwelten.
00:10:14: Und hat sich das Verhältnis von Menschen zu den Bergen der letzten Jahre so verändert?
00:10:18: Also, beziehungsweise sieht man die heutige Bergsehnsucht oder die Natursehnt sucht ein bisschen gesellschaftliche Themen wie Beforderung im Fremding und Leistungsdruck.
00:10:27: Ja es ist natürlich schon so dass ich unser Leben sehr stark gewandelt habe, dass wir häufig einen eher bewegungsahmen Alltag haben und auch durch die Trennung von Arbeit- und Privatleben ist nicht mehr so streng gegeben.
00:10:44: Wir sind jederzeit erreichbar, wir sind sehr vielen verschiedenen Reizen ausgesetzt – auch durch digitalen Medien.
00:10:53: Und das führt natürlich dazu, dass wir mehr Entspannung und mehr Erholungszeiten brauchen führt sicherlich auch dazu, dass wir sehr viel mehr dieser Sehnsucht nach einem Being-Away haben.
00:11:08: Also eben gerade nach einem Ort der Ruhe und einem Ort wo es keine Reizüberflutung gibt.
00:11:16: Aber welche Bedeutung könnte zum Beispiel so Landschaftsforschung für die Prävention und mentale Gesundheit haben?
00:11:24: Ja das ist eine sehr interessante Frage muss ich sagen.
00:11:27: also wir wissen aus der Forschung schon sehr lange welchen wichtigen Einfluss die Natur auf die Gesundheit der Gesellschaft hat, einfach als präventive Maßnahme zur Gesundheitsförderung.
00:11:41: Und interessanterweise ist das auch in der Gesundheitsstrategie des Bundesrates, Gesundheits-二zigdreißig.
00:11:47: da wird es auch betont wie wichtig es ist die Qualität der Landschaft zu erhalten und für die Forschung bedeutet das natürlich dass wir noch verstärkt schauen müssen, herausfinden müssten.
00:12:01: Wer erholt sich wo am besten?
00:12:05: Weil es ist nicht für jeden gleich das gibt verschiedene Gruppen mit verschiedenen Ansprüchen aber auch Bedingungen und Herausforderungen also noch differenzierter anzuschauen und dann auch zu gucken wie kann man das Ganze umsetzen, also integrieren sozusagen.
00:12:23: Was macht man mit den Erkenntnissen und wie kann man sozusagen Erholungsflächen optimal gestalten?
00:12:30: Und wie kann die dann auch im Siedlungsraum integriere?
00:12:35: Aber ich nenne es jetzt mal die heilende Kraft der Berg oder der Natur konservieren, damit ich das dann auch in den Stressigen Alltag integrieren kann.
00:12:46: Und nicht kommt, bin ich wieder heim und ist alles zackbumm.
00:12:51: Das ist eine sehr interessante Frage.
00:12:53: Wir wissen aus der Erholungsforschung, dass selbst nach dem Ferien der Effekt nach einer Woche schon wieder aufgebraucht wird.
00:12:58: Aber das hat ganz viel mit uns zu tun unter unserem Verhalten.
00:13:01: Weil am Ende des Wochenendes denken wir an den Montag und was auf uns zukommt und nehmen das vorweg.
00:13:10: Und das hemmt natürlich auch die Erholungsfähigkeit oder hemmt ein Teil unserer Erwohlung dann auch.
00:13:17: Was ganz wichtig wäre, wäre einfach... Es klingt einfach aber ist es wahrscheinlich gar nicht so unser Verhalten entsprechend zu ändern und dann auch Erholungsphasen in der Natur in den Alltag einzubauen und das vom ersten Tag an also nach dem Ferien- oder nach dem Wochenende bis man wieder total erschöpft ist, um sich dann wieder erholen zu gehen.
00:13:43: Das ist auch meine Abschlussfrage!
00:13:44: Wie mache ich denn das?
00:13:46: Wenn ich jetzt nicht immer in den Bergen rennen kann oder der Wald gerade ums Eck umhaben kann... Aber wie kann ich hier ein sehr holiges Gefühl auf meinem Balkon finden und was muss ich machen?
00:13:58: Ja, also wichtig ist ja einfach auch eine Tätigkeit.
00:14:01: Dass man in der Lage ist, eine Tättigkeit auszuführen.
00:14:04: Also ich denke allein nur auf dem Balkon zu sitzen alleine wird es wahrscheinlich nicht ausreichen.
00:14:11: aber wenn sie da beispielsweise gärtnern können und dass das etwas ist, das ihnen Spaß macht was sie erfüllt und was sie als sinnhaft erleben dann ist das sicherlich eine sehr gute Alternative.
00:14:23: Allerdings, wenn das Gärtnern nicht so ihres ist dann ist es glaube ich eher schwieriger und da muss man einfach daran denken.
00:14:31: Ja mehr als dreißig Prozent der Fläche in der Schweiz sind bewaldet und die meisten Personen das wissen wir auch aus der Forschung für die ist es nicht wahnsinnig weit zum Wald zu kommen.
00:14:44: also insofern ja es spricht eigentlich sehr wenig dagegen den Wald aufzusuchen.
00:14:52: Das muss ja vielleicht nicht täglich sein, aber am Wochenende für einen Spaziergang.
00:14:57: Frau Bauern,
00:15:01: ich danke Ihnen vielmals für das spannende Gespräch!
00:15:11: Ja, sehr gerne.
00:15:17: Mein Name ist Faber Schmid.
00:15:18: Danke für die Einschalten und bis zum nächsten Mal!
00:15:22: Durchblick
00:15:23: – Die Wissenschaft hinter den Schlagzeilen.